04.05.2026
Schmerz-Dogmatismus, Körpersilo-Denken & Bewegungsoptimismus
Zwischen Strukturwahn und Gehirn-Hype. Zwischen Populismus und Evidenz
Warum Schmerzen dich verrückt machen können
Manchmal kann man ja auch echt verrückt werden, oder? Schmerzen, die Suche nach dieser einen Ursache der Schmerzen und die 1000 Dogmatiker auf Social Media, die einem erzählen, sie wüssten genau, was dir fehlt & wo deine Probleme herkommen.
Warum kann es bei körperlichen Beschwerden nicht genauso klar zugehen wie im Steuerrecht? Einfach im Gesetzbuch nachschauen und schon hat man die eindeutige Antwort. Aha, hier steht es, Paragraph 234 im bürgerlichen Gesundheitsbuch. Wenn du untere Rückenschmerzen hast, dann ist es eindeutig eine kaputte Bandscheibe. Aber nein, je nachdem, wen du fragst, bekommst du eine andere Antwort. Der Chiropraktiker erzählt dir von einem blockierten ISG. Der Osteopath empfiehlt dir Cranio-Sakral-Therapie, weil nach Sutherland (Begründer dieser Therapieform) dein System aus Schädel, Wirbelsäule und Kreuzbein am Arsch ist, der Orthopäde sagt dir, dass deine Bandscheiben echt verschlissen sind, kommt wahrscheinlich daher. Kann ja nicht wahr sein, ich frage mal einen ganzheitlich Arbeitenden, ah ja, nach dem ist Schmerz echt komplex und gerade der untere Rücken kann auch auf Stress reagieren... Mhh, als Nächstes kommen die Magen-Darm-Freaks und erzählen dir was von der Darm-Bandscheiben-Achse. Darm-Hirn-Achse kenne ich ja, aber das gibt es also auch? Interessant, am Ende liegt es also doch an meinem durchlässigen Darm oder bakteriellen Fehlbesiedelungen? Neeeiiin! Jetzt hab ich’s, ich war nämlich bei der Functional-Pattern-Fortbildung, es ist eindeutig meine Asymmetrie. Aber warte, ein Bekannter hat mir gesagt, bei ihm kam alles vom Atlaswirbel. Nach der Atlas-Therapie ging es ihm wieder gut. Okay, hab ich probiert, hat bei mir irgendwie nichts gebracht. Mal den Podologen fragen, was der sagt... Ah, konnte ja alles bisher auch nichts bringen, mein Fußgewölbe ist nämlich total eingefallen... Und wenn ich dann noch mit einbeziehe, dass meine Faszien Traumata speichern können, alter Schwede, wo soll ich jetzt anfangen? Ich hab doch nur noch circa 60 Lebensjahre und ein bisschen was außer Therapie möchte ich schon auch noch machen...
Okay, reicht erst mal, ich glaube, der Punkt ist klar. Fünf Millionen Einflussfaktoren, die Probleme machen können oder auch nicht.
Chronischer Schmerz ist kein Symptom – sondern ein Zustand
Aber was man nicht vergessen darf: Chronische Schmerzen sollten als ein eigenes Krankheitsbild betrachtet werden. Chronische Schmerzen am Bewegungsapparat sind kein Symptom. Das ist der Zustand, wenn das Gehirn immer besser darin wird, Schmerzen zu erzeugen. Das ist der Zustand, wenn das zentrale Nervensystem auf ein normalerweise harmloses Signal aus dem Körper (Arm, Bein, Rücken...) viel zu krass reagiert.
Normale Situation vs. Zentrale Sensibilisierung
Wenn dein Nervensystem überreagiert
Das nennt man dann zentrale Sensibilisierung. Die Verarbeitung von Reizen funktioniert nicht mehr richtig. Das Nervensystem wird viel zu sensibel. Die schmerzhemmenden Mechanismen des Körpers funktionieren auch nicht mehr richtig. Hier passiert echt viel, aber der wichtigste Punkt: Diese Art von Schmerz hat überhaupt nichts damit zu tun, was im Gewebe vor sich geht. Dr. Jo Nijs betreibt dazu viel interessanten Research. Bei dieser Art von Schmerz führt unter anderem zu niedriggradigen neuronalen Entzündungszuständen und zu einer Reduzierung der Diversität des Mikrobioms im Körper. Das ist super interessant, weil dann kannst du noch so viel am Körper arbeiten, die Probleme liegen ganz woanders.
Aber das ist nochmal einen ganz eigenen Blogeintrag wert...
Zwischen „alles ist Gewebe“ und „alles ist Gehirn“
Wir befinden uns also irgendwo auf dem Spektrum zwischen Ida Rolf, die frei übersetzt sagte „The Issue is in the Tissue“, und Schmerzjournalist Paul Ingraham, der schreibt: „Pain is Weird: Pain science reveals a volatile, misleading sensation that comes entirely from an overprotective brain, not our tissues.“
Was Therapie eigentlich leisten sollte
Therapie bedeutet zunächst ja mal nur „Begleitung“. Und ich glaube, das macht auch am meisten Sinn. Den Leuten Möglichkeiten aufzeigen, Richtung geben, Dinge verständlich machen, Symptomen einen Sinn geben, Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen und möglichst zielführende Ansätze mitgeben.
Körperteil-Silo Denken
Bei Schmerzen am Bewegungsapparat, die nicht diese klare eindeutige Ursache haben (Unfall, draufgefallen, Band gerissen...), müssen wir tendenziell wegkommen von diesem Körperteil-Silo-Denken. Mein Arm tut weh, lass uns den Arm anschauen, mein Rücken tut weh, wir schauen nur den Rücken an.
Die Verlockung der einfachen Erklärung: Struktur
Ich denke, das Verführerischste für Menschen mit Problemen am Bewegungsapparat ist es, die Schuld in der Statik zu suchen. Schiefstände sind so schön greifbar. Das macht es so schön einfach....
Aber weißt du, Dinge wie zentrale Sensibilisierung (dein Nervensystem feuert zu krass), Vitamin-D-Mangel, Hypermobilität, Analgetika Rebound (zu viel Schmerzmittel führt irgendwann zu mehr Schmerz) oder chronisch unterschwellige Entzündung sprechen hören? Alles Dinge, die mit in deinen Schmerz reinspielen können, ist aber nicht so greifbar wie Statik.
Was ist mit chronischer Erschöpfung, emotionaler Belastung, Rauchen oder einfach komplett out of shape sein? Alles WIRKLICHE Risikofaktoren für Schmerzen.
Übrigens will ich nicht sagen, dass Schmerzen nie was mit Zuständen im Gewebe zu tun haben, keineswegs. Ich will nur ein wenig über Schmerz schwadronieren und von Gedanken zu Gedanken springen.
Diese Simplifizierung ufert dann im Extremen des Strukturalismus aus. „Strukturalismus“ ist die übermäßige Fokussierung auf körperliche Auffälligkeiten in der muskuloskelettalen Medizin – Dinge wie ein schiefes Becken, unterschiedliche Beinlängen, abnorme Wirbelsäulenkrümmungen oder jegliche Form von Fehlstellungen.
Wenn einfache Erklärungen Angst machen
Das führt dann dazu, dass Menschen einfach pathologisiert werden und ihnen Angst gemacht wird. Meine Freundin hat eine kleine Skoliose. Ihr geht’s aber gut. Der Orthopäde hat ihr vor Jahren mal gesagt, dass sie nicht schwer heben sollte. Also hat sie seitdem Dinge wie Kniebeuge oder Kreuzheben vermieden. Was ein Stuss. Was ein Schmarrn. Dieser Arzt haut einfach mal pauschal so ’ne Aussage raus und macht damit nichts weiter als Kinesiophobie zu erzeugen (einfach nur hochtrabend für Bewegungsangst).
Strukturalismus kann schon ein Problem werden. Ich erinnere mich zurück an einen Orthopäden, bei dem ich war, als ich so um die 18 war. Dieser Profi ist mir mit der „Back-Mouse“ die Wirbelsäule abgefahren. Ein Gerät, das die Wirbelsäule scannen soll. Auf seinem PC hat er dann gesehen, wo genau ich „Probleme“ habe oder bekommen werde, aufgrund von Wirbeln, die nicht „richtig“ stehen. So ein Quatsch. Auf Basis eines Bildes Rückenschmerzen vorhersagen....
Ich sage dir vorher, dass du Rückenschmerzen bekommen wirst, ist ungefähr so, als würdest du vorhersehen, dass ich irgendwann sterbe. 90 % der Bevölkerung haben in ihrem Leben eine Rückenschmerz-Episode.
Was Forschung dazu sagt
Viele Experten argumentieren gegen den Strukturwahn. Dr. Scott Dye zum Beispiel hat ausführlich über das Patellarspitzensyndrom (Schmerz am vorderen Knie) geschrieben und meint:
„Knieschmerzen entstehen meist nicht, weil strukturell etwas ‚falsch‘ ist, sondern weil das Gewebe überlastet wird und aus seinem Gleichgewicht gerät. Entscheidend ist das Verhältnis von Belastung (z. B. Training oder Alltag) zur aktuellen Belastbarkeit des Gewebes.“
Prof. Eyal Lederman kritisiert in seinem 2011er Paper „The Fall of the postural-structural-biomechanical model“, dass Schmerzen selten auf strukturelle Auffälligkeiten zurückzuführen sind.
Die Natur strebt zwar nach Symmetrie, ist aber nie perfekt symmetrisch.
Haltung neu gedacht
Trotzdem gucke ich mir auch die Haltung meiner Kunden an. Vielleicht mit einem anderen Blickwinkel und hoffentlich anders in der Kommunikation, welche Bedeutung sie für uns hat, als es ein Strukturalist tun würde, der Haltung in gut und schlecht einteilt.
Andererseits habe ich auch noch nie einen guten Mover gesehen, der aussah wie der letzte Buckel-Bäcker.
Schau dir mal diese beiden Legenden an:
Usain Bolt (schnellster Mann) und Lamar Gant (erster, der das Fünffache seines Körpergewichts gehoben hat).
Beide haben eine Skoliose. Also eine Fehlstellung der Wirbelsäule. Aber laut dem Arzt von meiner Freundin hätte Lamar sich mal lieber geschont.
Usain Bolt
Lamar Gant
In dem Buch von Kendall und Kollegen „Muscles Testing and Function with Posture and Pain“ heißt es:
"Eine gute Haltung ist eine gute Gewohnheit, die zum Wohlbefinden des Einzelnen beiträgt. Die Struktur und Funktion des Körpers bieten das Potenzial, eine gute Haltung zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Umgekehrt ist eine schlechte Haltung eine schlechte Gewohnheit und leider sehr verbreitet. Haltungsfehler entstehen durch einen falschen Gebrauch der vom Körper gegebenen Möglichkeiten – nicht durch die Struktur und Funktion eines normalen Körpers.“
Hier wird Haltung als etwas beschrieben, das sich über Gewohnheiten entwickelt.
Und wenn wir so in die Welt schauen, leben die meisten mit verdammt schlechten Gewohnheiten. Den ganzen Tag sitzen, auf Bildschirme starren, kein Kontakt zur Natur, wenig Bewegung, wenig soziale Kontakte – aka Isolation. Denn auch die Psyche hat einen Einfluss auf deine Haltung. Heißt ja schließlich nicht umsonst, mit geschwollener Brust umhergehen oder den Kopf hängen lassen. „Jetzt kneif mal die Arschbacken zusammen.“ – Ja, wie der Spruch da jetzt reinpasst, weiß ich auch noch nicht genau, kam mir gerade in den Sinn. Vielleicht, wenn man die Arschbacken zusammenkneift und den Hintern (Hüftstrecker) anspannt, dann führt das zu einer aufrechteren Haltung. Und nur so kann man Hindernisse durchbrechen!? Mit Haltung!
Deswegen, kneif die Arschbacken zusammen und lies jetzt stramm weiter, du Waschlappen!
Fokus! Tu was gegen dein Social-Media-Gehirn und widme diesem Artikel 10 konzentrierte Minuten!
Okay, aber im Ernst: Einen Alltag zu kultivieren, von dem man sich nicht mehr erholen will und muss, ist doch ein erster wichtiger grundlegender Schritt!
Ich bin der Meinung, Haltung ist etwas Dynamisches. Verändert sich über den Tag und die Woche. Ich glaube, je mehr Bewegungsmöglichkeiten du hast, je besser du verstehst, wie deine Gelenke gerade „eingestellt“ sind, je besser du deine Bewegungen steuern und kontrollieren kannst, desto vorteilhafter! Je besser du verstehst, wie sich Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Becken usw. in ihren Stellungen und Bewegungen gegenseitig beeinflussen, desto besser!
Je mehr Wahrnehmung du dafür entwickelst, dass du den ganzen Tag in einer extremen HWS-Streckung vor deinem PC hängst und du die Möglichkeit hast, dich da rauszubewegen, desto besser für dich.
Ich glaube, das ist ein Grund, warum Ansätze wie Feldenkrais oder traditionelle asiatische Bewegungsformen wie Qi Gong gut funktionieren können und so viel Benefit liefern.
Der unterschätzte Schlüssel: Wahrnehmung
Aber am Anfang steht die Wahrnehmung! Ich denke, viele Menschen haben keinen bewussten Gedanken darüber, was ihr Körper eigentlich so den ganzen Tag macht, in welcher Haltung wir uns gerade befinden.
Vielleicht können wir das, was Eckhart Tolle über die „unbewussten Gedanken“ schreibt, auch auf unseren unbewussten Umgang mit unserem Körper und unsere unbewusste „Haltung“ übertragen?
„Sobald du weißt, wie du die gewöhnliche Unbewusstheit auflösen kannst, wird das Licht deiner Gegenwärtigkeit strahlend scheinen... Allerdings ist es anfangs nicht so leicht, die gewöhnliche Unbewusstheit zu entlarven, weil sie so normal ist. Mache es dir zur Gewohnheit, deinen geistig-emotionalen Zustand (deine Haltung) durch Selbstbeobachtung zu überwachen. Bin ich in diesem Moment entspannt (wie stehe ich da/sitze ich)? Ist eine gute Frage, die du dir selbst gelegentlich stellen kannst. Oder du kannst fragen: Was geht jetzt gerade in mir vor? Gib dem, was in dir vor sich geht, mindestens das gleiche Interesse wie dem, was außen geschieht.“ – The great Eckhart Tolle (und in Klammern Ergänzungen vom noch nicht ganz so greaten Julius Teuber)
Lernen über Extreme
Ich bin ein Freund davon, über Extreme zu lernen. Im Bewegungskontext finde ich es eine wunderbare Möglichkeit, über Extreme zu lernen! Egal, ob es um Haltung, Handstand oder vorgebeugtes Langhantelrudern geht.
Haltung: Beweg deine Brustwirbelsäule (BWS) mal in eine extreme Beugung (Buckel) und jetzt versuch mal dazu, deine Halswirbelsäule (HWS) zu strecken und zu beugen. Und jetzt mach es mal, wenn deine BWS gestreckt (aufgerichtet) ist, also im anderen Extrem. Was nimmst du wahr? Kannst du deinen Kopf jetzt leichter in die eine oder andere Richtung bewegen?
Handstand: Hier könntest du mit „extremen“ Handpositionen spielen (ganz breit, ganz eng); du findest beim Aufschwung nicht das richtige „Maß“? Schwing dich bewusst zu wenig und bewusst zu doll in den Handstand hoch usw....
Vorgebeugtes Rudern: Ruder extrem nach vorne gebeugt (90 Grad) und dann sehr aufgerichtet. Spüre den Unterschied. Welche Muskeln arbeiten jetzt mehr? Einmal ziehst du nur aus dem Arm, ohne dein Schulterblatt zu bewegen, und einmal nimmst du es extrem mit... Spüre den Unterschied.
Das habe ich wohl erst verstanden und „gefühlt“, als ich über Contemporary-Dance-Classes und dann über diese Formen der Somatic Practices und Meditation die kleinen, langsamen Minibewegungen sowie Ruhe, Wahrnehmung und „Hineinspüren“ angefangen habe zu üben.
Ich denke, das war eines der wertvollsten Dinge, zu erfahren, wie geil es ist, eine Yin-und-Yang-Praxis in seinem Leben zu haben. Berserker-Modus und Mönch-Modus haben beide einen Platz in meinem Leben verdient.
Bei mir ist es der Kraft- und Kampfsport auf der einen Seite #Ballern und die Meditation, Qi Gong und ruhige Somatic Practices / „Feldenkrais’sche“ Formen auf der anderen Seite #Yin. Meine Yin-Seite ist noch ausbaufähig.
Verstehen vs. Spüren: Zwei Arten von Wissen
Manchmal muss man Dinge erfahren, um sie zu verstehen. Manches kann man nicht so gut faktisch argumentieren, oder?
Faktisches Wissen vs. Embodied Knowledge wäre hier wohl das Stichwort.
Auf der einen Seite faktisches Wissen; anatomisches Wissen, Studienergebnisse, Trainingsprinzipien usw....
Und auf der anderen Seite dieses verkörperte Wissen. Dieses Spüren, dieses implizite, nicht in Worte zu Fassende, dieses „Gefühl“.
Und dieses Gefühl ist etwas, was wir in Zeiten von Fitbits, Smartwatches und Kalorien-Apps und einer Flut von Infos im World Wide Web hoffentlich nicht verlieren. Vielleicht ist allein das Grund genug, mit Meditation anzufangen.
Warum dein Körper oft besser weiß, was er braucht
Daher kommen ja auch Trainingsansätze wie „autoregulatives Training“. Also der Körper reguliert sich selbst und diktiert dir, was du tun solltest. Funktioniert super, sag ich dir! Das wäre ein Trainingsansatz, der voraussetzt, dass du deine körperliche Intuition nicht verlierst.
Das nutze ich auch sehr gerne. Scheiß mal auf einen konkreten Plan, den du verbissen das ganze Jahr verfolgst und dich dann schlecht fühlst, wenn du den mal nicht einhalten kannst.
Meine letzte Woche sah dann zum Beispiel so aus:
- Montag: Ein paar Muscle-ups, Handstände und ein bisschen Überkopfdrücken, paar Sachen im Hang.
- Dienstag: Sprintintervalle und abends ein bisschen Qi Gong.
- Mittwoch: Kleiner Mobility-Flow, dann ab aufs Stand-up-Paddling-Board, bisschen paddeln.
- Donnerstag: Rudern, Klimmzüge, Sachen an den Ringen und ein paar Animal Walks.
- Freitag: Ab zum BJJ.
Am Ende hab ich einfach das gemacht, wozu ich gerade Lust hatte und was mir mein Körper diktiert hat. Klar, wenn ich mich ernsthaft auf einen Wettkampf vorbereiten will, dann gehe ich es vielleicht anders an, aber das trifft wohl auf wenige zu...
Was du wirklich mitnehmen solltest
Schmerz ist komplex. Natürlich sollten wir zu Beginn versuchen, den Schmerz einzuordnen, durch ein ausführliches Assessment (das können wir zusammen machen, da kannst du dich einfach hier für eine Schmerzanalyse anmelden), um dann gezielt zu arbeiten. Gewebe ist wichtig, viele andere Faktoren aber auch! Zu dogmatische Ansätze helfen eben Leuten, die zufällig genau das brauchen, was der Dogmatiker anbietet, andere fallen durchs Raster. Es wird immer irgendeine Sau durchs Dorf getrieben, die die neue Wunderbehandlung ist (Faszien, Keto, Biomechanik, Core-Training bla bla bla). Verlier nicht den Kontakt zu deinem Körper.
Abschlussgedanken
So, kommen wir mal langsam zum Ende meines kleinen Blog-Gefasels.
Was kannst du jetzt daraus mitnehmen? Vielleicht genau das, was in deine Weltsicht passt?
Ich hab da neulich was von einem Philosophen gelesen, der über Politik schwadroniert hat.
Der hat ungefähr gesagt: Ob Menschen eher rechte oder linke Einstellungen haben, ist keine reine rationale und faktische Entscheidung, sondern hängt eher von deiner Persönlichkeit ab, von deinen Idealen, wie du sozialisiert bist und wie dein Umfeld so war.
Am Ende suchst du dir nur noch gezielte Argumente für deine Überzeugungen raus, und je schlauer du bist, desto besser kannst du deine Position vertreten und argumentieren.
Es gibt schließlich sehr schlaue Menschen auf beiden Seiten.
Vielleicht ist es hier ja ähnlich. Du pickst dir das raus, wofür du sowieso schon empfänglich bist? Oder du brichst aus deiner Selektivität aus und probierst mal was gegen deine inneren Überzeugungen aus?
#Anti-Dogmatismus
#proSystemdenken
#proEigenverantwortung
Peace,
Julius