20.12.2025
Mein größter Fehler - Das Große Ganze aus dem Blick verlieren
Ständig krank, Schmerzen ohne Ursache am Körper, Rücken- oder Nackenschmerzen, Herzrasen, Magen- und Verdauungsprobleme, Tinnitus, Schlafprobleme, Rastlosigkeit und und und … Und was machen wir jetzt dagegen? Wo kommt das her?
Die große Überschrift
Hallo lieber Leser! Ständig krank, unspezifische Schmerzen am Körper, Rücken- oder Nackenschmerzen, Herzrasen, Magen- und Verdauungsprobleme, Tinnitus, Schlafprobleme, Rastlosigkeit und und und … Und was machen wir jetzt dagegen? Wo kommt das her? Heute lasse ich mal die Hosen runter und erzähle von meiner größten Erkenntnis der letzten Jahre – und davon, was sie für meine Gesundheit und meine Sicht auf Krankheit und Schmerz verändert hat. Ich liege noch im Bett, als mir diese Gedanken kommen. Bin gerade aufgewacht. Der Wecker zeigt 6:15 Uhr. Seit ich dieses Jahr in Zambia war und wir dort vier Wochen mit dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus gelebt haben – schlafen, wenn es dunkel wird, aufstehen, wenn es hell wird – kaum Elektrizität –, ist mein Körper noch in diesem Rhythmus drin, obwohl das gar nicht so einfach ist mit künstlichem Licht. Da hilft nur, tagsüber genug [[Schlafdruck]] aufzubauen, mit viel Bewegung zum Beispiel. Wer tagsüber intensiv lebt, darf abends auch intensiv müde sein. Wer den ganzen Tag nur rumsitzt, wird keinen guten Schlafdruck aufbauen. Kennst du diesen Zustand, wenn du gerade aufgewacht bist und dir genau in diesem Moment gute Gedanken kommen? Dieser Moment, wenn dein Gehirn noch durch keine einzige Ablenkung befleckt ist und deine Eindrücke des Vortags gerade in deinem Denkstübchen konsolidiert werden ([[Konsolidierung]])? Du bist noch nicht in einem reaktiven Modus, in dem sich die meisten den Tag über befinden. Oder etwa nicht? Wie oft reagierst du einfach nur #Autopilot, ohne darüber nachzudenken? Ich habe einen Gedanken, erst mal Handy raus und direkt googeln, ohne darüber weiter nachzudenken. Reflexartig. Zombiemodus. Habe ich da nicht heute noch einen Termin am Nachmittag? Wie teuer ist eigentlich ein Brot beim Bäcker? … Googlen, googlen – reagieren, ohne nachzudenken. Naja, ich liege also da und denke darüber nach, wie ich früher darüber gedacht habe, wenn ich Schmerzen irgendwo am Körper hatte, wenn ich mal wieder Halsschmerzen hatte oder krank war. Was ich häufig bei meinen Kunden sehe, habe ich früher selbst auch gemacht. Ich habe das große Ganze damals noch nicht gesehen und als bedeutend empfunden: das Leben. Die heilige Dreifaltigkeit – Körper, Geist & Seele. Die Umgebung, das System, in dem wir leben. All das hat einen mächtigen Einfluss auf unsere Gesundheit. Schmerz entsteht nicht im Körper, wird im Geist interpretiert und in der Seele erlebt. Dieses Zusammenspiel wird in der Psychoneuroimmunologie (PNI) seit den 1970er-Jahren untersucht, als Forscher begannen, die direkten Wechselwirkungen zwischen Psyche, Nerven- und Immunsystem systematisch zu erforschen. #kpni Okay, aber was meine ich eigentlich genau? In meinen 20ern war ich viel häufiger krank pro Jahr, als ich es jetzt bin. Dreimal? Viermal? Mittlerweile bin ich kaum mehr krank. Und ich bin mir sicher, das liegt nicht an Supplementen und Co., sondern an der Gesamtsituation, wenn Körper, Geist und Seele miteinander harmonieren. Okay, willst du mir jetzt hier mit Eso-Geschwafel kommen, denkst du gerade vielleicht? Nein, wir können es auch anders ausdrücken. Wenn du deinen Körper naturnah benutzt und mit Dingen fütterst, für die er vorgesehen ist (#Soulfood), wenn du dich chronischem Stress entziehst und auf deine Gedanken achtest, wenn du innere und äußere Konflikte löst, wenn du einem Sinn nachgehst, wenn du dich auf morgen freust und wenn du Menschen in deinem Leben hast, die dir gut tun. Wenn du verzeihst, auf deinen Körper hörst und mit dem aufräumst, was dich belastet. Wenn du ein System (Umwelt) schaffst, in dem du florierst und das dich nicht bedrückt. Regelmäßig in die Natur gehen, auch mal barfuß, um Energie ([[Elektronenaustausch – Grounding]]) mit der Erde auszutauschen, in die Sonne schauen (#Clock-Gen, #VitaminD, #Period-Protein), im Wald sein und Phytonzide atmen und das Immunsystem boosten. Nicht nur eine Praxis im Alltag haben, die dich mal richtig schön fordert, zum Schwitzen bringt, die Muskeln zerstört und die Lunge brennen lässt, sondern auch die andere Seite der Medaille beachten: #YinundYang – Ruhe, Erholung, Eisbaden, Sauna, Meditieren, Stille und sensorische Entlastung. Damals habe ich gedacht: Scheiße, ich mache Sport und ernähre mich gesund und werde trotzdem krank. Okay, probieren wir mal mehr Zink, mehr Vitamin D, mehr Lactoferrin, mehr Supplemente, die mein Immunsystem unterstützen. Jetzt sollte es doch wohl funktionieren, oder? Heute glaube ich, dass alleine in dieser Art zu denken – „Das muss doch funktionieren, verdammte Scheiße!!!“ – der Fehler liegt. Genau das gleiche Muster hatte ich bei Schmerz. Schulter tut weh, Rücken tut weh. Mist. Schnell zum Physio oder Orthopäden. Schnell wissen, was los ist, damit der es reparieren, einrenken oder wegmachen kann. Das Geilste, was ich je bei einem Orthopäden erlebt habe: Als ich dort ankam – ich weiß gar nicht mehr, was ich hatte, entweder tat mir irgendwas weh oder ich wollte verstehen, warum ich so oft Halsschmerzen hatte – holte er ein Gerät raus, das Ding heißt Spinal Mouse, und damit ist er mir die Wirbelsäule abgefahren, einmal von oben nach unten. Sein Computer hat ihm dann gesagt, welche Stellen meiner Wirbelsäule „schlecht“ aussehen und dass genau dort meine Probleme liegen. Kein Gespräch, nur eine Aufnahme meines Rückens. Schlechter wird’s nicht mehr. Der Typ hat echt nichts verstanden … doch, wie man easy Kohle macht und Leute fragil redet und verwirrt. Mutter Natur hat uns über Jahrmillionen geschaffen, angepasst an ein Leben mit und in der Natur, an ein aktives Leben in sozialen Gruppen von circa 50 Leuten. Ein komplexes soziales Wesen. Und jetzt kommst du und fährst mir mit deiner Maus über den Rücken und sagst mir in fünf Minuten, was ich habe? #Genau Ist dir bewusst, wie wichtig das System ist, in dem du dein Leben verbringst? Setz mal einen kerngesunden Goldfisch in deinem Garten aus. Hau mal einen Löwen in einen ein paar Quadratmeter großen Käfig. Jeder wüsste direkt, was dem Tier fehlt. Aber wir nehmen es für absolut selbstverständlich hin, dass wir in Großstädten leben, mit tausenden von Menschen um uns herum, die wir nicht kennen, ständigem Lärm, ständigem Licht ([[Lichtverschmutzung]], [[Lärmverschmutzung]]). Ich wohne selbst in einer Stadt und weiß es immer mehr zu schätzen, wenn ich in der Natur bin. Nichts fühlt sich besser an, als beim Campen mit der Sonne aufzuwachen, keinen Lärm um sich herum zu haben, Feuer zu machen, Kaffee zu kochen, den Tag in der Natur zu verbringen, zu trainieren, zu schwimmen, zu relaxen, zu meditieren und abends beim Feuer und natürlichem Licht müde zu werden und schlafen zu gehen. Man spürt es einfach, dass genau das das System ist, in dem der Körper floriert. Erst als ich mich intensiver mit der Psychoneuroimmunologie beschäftigt habe, habe ich verstanden, dass auch Schmerz kein reines pathologisches strukturelles Phänomen ist. Was glaubst du, wie viele Leute mit Schiefständen, angerissenen Menisken, Bandscheibenvorfällen, Rotatorenmanschettenrupturen, Arthrose usw. herumlaufen und … NICHTS davon wissen. Erst wenn sie Schmerzen haben oder irgendwas ist und sich dann untersuchen lassen, kommt raus: Hey, schau mal, du hast ja voll den Verschleiß, kein Wunder, dass dir deine Hüfte wehtut. Strukturelle Veränderungen und Kompensationen können natürlich mit in dein Schmerzgeschehen reinspielen. Aber es ist so wichtig, anzufangen, das Ganze zu sehen. Klinische Symptome lassen sich häufig nicht ausreichend durch bildgebende Befunde erklären. Ein aktives Immunsystem kann das Nervensystem sensibilisieren und zu einer erhöhten Schmerzwahrnehmung beitragen. Eine effektive Schmerzbehandlung sollte nicht nur auf Struktur, sondern auch auf Immunstatus, Stress, Schlaf, Bewegung und metabolische Gesundheit abzielen. Schmerz ist kein Zeichen von Gewebeschaden allein, sondern oft Ausdruck eines sensiblen Dialogs zwischen Nervensystem und Immunsystem. Ist doch spannend. Deswegen mag ich das [[Schmerzeimer-Modell]], das sich an das [[Neuromatrix-Modell]] von Melzack anlehnt. Stell dir deinen Körper, deinen Organismus als Eimer vor. ALLES – ich wiederhole, ALLES –, was den lieben langen Tag auf dein System einprasselt, füllt deinen Eimer. Manches stresst dein System mehr, manches weniger. Kleine Wassertropfen, die den Eimer langsam füllen. Und läuft der Eimer über, sind die Grenzen dessen, was dein System schlucken und kompensieren kann, erreicht, und es kann zum Beispiel zu Schmerzen kommen oder zu Schlafproblemen, Tinnitus, ständigen Erkältungen, Kopfschmerzen, Migräne, Verdauungsproblematiken usw. … Alles Symptome. Also: Wenn du jetzt einen absolut belastenden Job hast, keinen tieferen Sinn in deinem Job siehst, Stress mit den Kollegen hast, Stress mit dem Partner, ungeklärte Konflikte in deiner Vergangenheit, aus Frust nur Junk in dich reinschaufelst und jetzt kommen unspezifische Schmerzen, andere unspezifische körperliche Symptome, ständige Abgeschlagenheit etc. hinzu und du gehst zum Arzt und lässt dich untersuchen, was denn nicht mit dir stimmt – was der Arzt in zehn Minuten Sprechzeit sicher nicht herausfinden wird, ist, wie viel Ballast du gerade auf deinen Schultern durch dein Leben trägst. Kein Wunder, dass sich irgendwann dein Rücken bemerkbar macht, bei dem so viel auf den Schultern lastet. Die Folge: Symptombehandlung statt Ursachenbehandlung. Wenn du selbst unter bestimmten Symptomen leidest, dann habe ich zum Schluss ein paar Fragen an dich, die du für dich beantworten kannst: Schreib einige Dinge auf, von denen du denkst, dass sie zu deinem Schmerz beitragen könnten. Du hast zwei Möglichkeiten, mit deinem überlaufenden Fass umzugehen:
  1. Stressoren minimieren
  2. Das Fass vergrößern
Was sind die Stressoren, die du einfach eliminieren könntest, und wie könntest du langfristig dein Fass größer werden lassen (dein System stressresilienter machen)? Was sind die Dinge, die dein Fass größer machen? Was sind Dinge, die zu helfen scheinen? Was denkst du, könntest du tun, um dein Fass zu vergrößern? Beherrscht die Angst vor Bewegung deine Gedanken oder beeinflusst sie deine Entscheidung, was du tust? Denkst du, dass Schmerz bedeutet, dass es in deinem Körper viel Schaden gibt und du aufhören musst, dich zu bewegen?
Es ist Zeit für sofortiges Handeln.
Du kannst Listen ganz einfach in Umschalttastenlisten umwandeln. Es ist im Grunde dasselbe Element.
Seit 2020 unterstütze ich Sportler mit chronischen Schmerzen und Problemen am Bewegungsapparat.
Kontakt
Julius Teuber
Physiotherapeut, M.Sc. Sportwissenschaftler